Die digitale Infrastruktur Bayerns 2014 – Anforderungen der Unternehmen

Die digitale Infrastruktur Bayerns 2014 – Anforderungen der Unternehmen

Leistungsfähiges Internet sichert die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Wirtschaft

28.07.2015

Die Breitbandversorgung in Bayern entwickelt sich positiv, entspricht jedoch noch nicht den Anforderungen der Wirtschaft. Dank des aktuellen Breitbandförderverfahrens sind bereits 81 Prozent der über 2.000 Kommunen in Bayern derzeit im Förderprogramm aktiv, so dass sich die digitale Infrastruktur Bayerns in den kommenden Jahren deutlich verbessern wird.

Die Studie untersucht die Bedeutung der Digitalisierung für das Wachstum von Produktion und Wertschöpfung.

Neun Ergebnisse lassen sich hieraus ableiten:

  1. Die Anforderungen der bayerischen Unternehmen an hochbitratigen Anwendungen sind gestiegen und werden weiter wachsen. Schon heute können 25 Prozent der bayerischen Unternehmen aufgrund mangelhafter Breitbandanbindung bestimmte internetgestützte Anwendungen nicht nutzen.
  2. Viele bayerische Unternehmen sind innovative Nutzer des mobilen und des kabelgebundenen Internets – bspw. durch das Arbeiten in der Cloud. Die damit einhergehenden neuen Anforderungen an drahtlose und kabelgebundene Netze, wie z. B. eine garantierte Bandbreite, haben zugenommen. Die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Anschlüssen ist den Unternehmen sehr wichtig.
  3. Unternehmen können sich Insellösungen zur Bedarfsdeckung schaffen. 41 Prozent der bayerischen Unternehmen haben eine unternehmensspezifische Standleitung realisiert. Diese sind in der Regel mit deutlich höheren Kosten verknüpft, die KMU nicht stemmen können. Kooperationen zwischen Unternehmen könnten hier Abhilfe schaffen.
  4. Die Breitbandversorgung in Bayern hat sich in den letzten 1,5 Jahren überdurchschnittlich gut entwickelt. Mitte 2014 waren bereits 62,4 Prozent der bayerischen Haushalte mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s versorgt (Ende 2012: 43,7 Prozent). Der Rückstand gegenüber dem Bundesdurchschnitt verringerte sich damit von 11,3 Prozentpunkten auf marginale 1,7 Prozentpunkte.
  5. Bayern konnte sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten beim Breitbandausbau Erfolge erzielen. So stieg die städtische Versorgung mit 50 Mbit/s. seit Ende 2012 um 12,3 Prozentpunkte auf 87,2 Prozent und die ländliche Versorgung um 14,3 Prozentpunkte auf 24,3 Prozent. Deutschlandweit liegen sowohl die Wachstumsraten mit 5,0 bzw. 10,3 Prozentpunkten als auch die Versorgungsquoten mit 82,3 Prozent bzw. 20,5 Prozent niedriger.
  6. Die Erschließung der ländlichen Räume ist besonders kostenintensiv. Gezielte Förderung, vereinfachte Regelungen und ein Technologiemix für den Netzausbau müssen die Kostenlücke schließen.
  7. Das bayerische Förderprogramm wird von den Kommunen sehr gut aufgenommen. Vier von fünf bayerischen Gemeinden befinden sich bereits im Förderverfahren. Räumliche Struktur und Verschuldungsgrad spielen dabei keine maßgebliche Rolle.
  8. Die Förderung ist für einen flächendeckenden Ausbau ausreichend dotiert. Kommunen sollten bei der Auswahl des Netzbetreibers die Zukunftsfähigkeit und Aufrüstbarkeit der Netzarchitektur ausreichend berücksichtigen.
  9. Die Nutzung aller verfügbaren Breitbandtechnologien spielt für den langfristigen Erfolg des Förderprogramms eine entscheidende Rolle. Die Forderung der vollkommenen Entbündelung verhindert die Implementierung von leistungsfähigen heutigen und zukünftigen Breitbandtechnologien im Fördergebiet. Eine positive Entscheidung der EU-Kommission für die Förderfähigkeit entsprechender Technologien wie das Vectoring ist von zentraler Bedeutung.

Die Studie wurde im Auftrag der vbw-Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. durchgeführt.

Weitere Informationen und Ergebnisse auf der Homepage der vbw 

Download (PDF):

Studie digitale Infrastruktur Bayerns 2014