Globale Kräfteverschiebung

Globale Kräfteverschiebung zugunsten der aufholenden Industrieländer

06.01.2015

Der veränderte Charakter des globalen Wettbewerbs, die dadurch entstandenen Herausforderungen und die absehbaren Trends bilden den Schwerpunkt einer Studie, die die IW Consult im Auftrag des BDI durchgeführt hat.

Auf eine Gruppe von 50 Staaten (G50) konzentriert sich seit langem die weltweite Wirtschaftskraft. Im Jahr 1995 vereinten diese Länder 94,1 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf sich, 2012 waren es 91,3 Prozent. Die Länder der G50 können in etablierte und aufholende Industrieländer eingeteilt werden. Zu den 26 etablierten Industrieländern gehören die OECD-Staaten ohne die Länder Mittel- und Osteuropas und ohne die Türkei. Auf diese 26 etablierten Industrieländer entfielen im Jahr 1995 noch 81,4 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft, im Jahr 2012 waren es nur noch 63,5 Prozent. Hinzugewonnen haben die aufholenden Industrieländer. Ihr Anteil an der weltweiten Wirtschaftskraft stieg zwischen 1995 und 2012 von 12,8 Prozent auf 27,8 Prozent. Diese Gruppe der aufholenden Industrieländer, zu der auch China und die mittel- und osteuropäischen Staaten gehören, hat in rund 20 Jahren eine deutliche globale Kräfteverschiebung herbeigeführt.

Die etablierten Industriestaaten haben deutlich Anteile an der industriellen Wertschöpfung und dem Welthandel verloren. Der Anteil der etablierten Industrieländer an der industriellen Wertschöpfung innerhalb der G50 sank zwischen 1995 und 2012 von 83,8 Prozent auf 58,7 Prozent. Im Welthandel ging der Anteil der etablierten Industrieländer an den weltweiten Exporten zwischen den Jahren 2000 und 2012 von 70,4 Prozent auf 55,1 Prozent zurück. Gleichzeitig konnten die aufholenden Industrieländer ihren Anteil an den weltweiten Exporten von 14,3 Prozent auf 25,1 Prozent steigern. Mit den aufholenden Industrieländern sind den etablierten Industrieländern neue Konkurrenten entstanden, an die sie im Wettbewerb Anteile verloren haben. Allerdings sind die aufholenden Industrieländer immer noch stark binnenorientiert. Ihre Exportquote lag im Jahr 2011 bei 18,8 Prozent, während sie in den etablierten Industrieländern bei 35,9 Prozent lag.

China ist Haupttreiber dieses Aufholprozesses. Ohne China gäbe es zwar auch eine globale Kräfteverschiebung, aber in bedeutend geringerem Ausmaß. Beim BIP-Gewinn der aufholenden Industrieländer können gut zwei Fünftel des China-Effekts zugerechnet werden. Von den Anteilgewinnen der aufholenden Industrieländer an der Bruttowertschöpfung (BWS) im Verarbeitenden Gewerbe entfällt mehr als die Hälfte auf China. Bei den Exporten liegt der chinesische Beitrag bei rund 60 Prozent.

Weitere Informationen zur Studie auf der BDI-Homepage.

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