Industriebericht Bayern

Industriebericht Bayern 2015

mit Branchenreport und Regierungsbezirksprofilen

18.08.2015

Die Ergebnisse des vom Bayerischen Staatsministerium in Auftrag gegebenen Standortindex zeigen, von welchen Standortbedingungen die Unternehmen in Bayern profitieren und welche Bedingungen eher als Belastungen zu werten sind.

Im internationalen Vergleich sind vor allem die Infrastruktur, das Wissensumfeld und der Markt positive Standortfaktoren für die bayerischen Unternehmen. Diese Stärken müssen weiter ausgebaut werden, damit der Vorsprung vor den internationalen Konkurrenten gehalten werden kann. Dazu sind ausreichende Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Sie unterstützen gleichzeitig die Umsetzung einer Exportstrategie und die Einbindung deutscher und bayerischer Unternehmen in internationale Produktionsnetzwerke. Die Stärkung des engen Produktionsverbunds in Europa hilft der Marktpositionierung der Unternehmen.

Die starke Forschungsinfrastruktur in Deutschland und Bayern wird dann zum Wettbewerbsvorteil für die Unternehmen, wenn durch Kooperationen von Wissenschaft mit Unternehmen auch mehr marktfähige (disruptive) Innovationen entstehen. Die schnellere Umwandlung von Forschungsergebnissen in solche Innovationen sollte ein Ziel der Forschungsförderung sein. Ein Mittel zur verbesserten Forschungsförderung für die Unternehmen könnte in einer themenoffenen und unbürokratischen steuerlichen Forschungsförderung bestehen.

Die Kostensituation ist hingegen für die Unternehmen in Bayern eine Belastung. Dies ergibt sich einerseits aus dem internationalen Standortvergleich, andererseits aus der Bedeutung der Kostenmotive für die Entscheidung zur Auslandsproduktion. Zwar spiegeln hohe Kosten teilweise die hohe Produktivität am Standort wider, insbesondere im Hinblick auf die Entlohnung der Beschäftigten; dennoch müssen in Zukunft zusätzliche oder vermeidbare Kosten strikt begrenzt werden. Dazu zählen vor allem auch Kosten aus neuen und vermeidbaren Regulierungen.

Die Internationalisierung der Unternehmen ist ein Weg zur Stärkung des Unternehmenserfolgs. Durch den Export können die Unternehmen mit der Produktion im Inland am dynamischen Wachstum der Auslandsmärkte teilhaben. Die Ausweitung des eigenen Marktes durch Exporte unterstützt die Generierung von Spezialisierungsgewinnen. Internationale Beschaffung ermöglicht die stärkere Diversifizierung der Bezugsquellen. Die Auslandsproduktion ermöglicht es, von niedrigeren Kosten an den Auslandsstandorten zu profitieren und eine größere Nähe zu ausländischen Kunden aufzubauen. Dies kann wiederum die Produktion im Inland ergänzen und stabilisieren. Untersuchungen zeigen zudem, dass der Unternehmenserfolg insgesamt positiv mit der Internationalisierung des Unternehmens verknüpft ist.

Die Internationalisierung ist bei größeren Unternehmen in Bayern und in Deutschland insgesamt in der Regel intensiver – d. h. die jeweiligen Anteile etwa der Exporte sind höher – und breiter – d. h. es werden mehr Maßnahmen zur Internationalisierung verfolgt – als bei kleineren Unternehmen. Die Förderung der Internationalisierung insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen ist daher von Bedeutung. Ein Weg kann hier in Informationen und Hilfestellungen für die Unternehmen bestehen, sich in internationale Produktionsnetzwerke zu integrieren. Hemmnisse, fördernde Faktoren und erfolgreiche Strategien für die kleinen und mittleren Unternehmen müssen identifiziert werden. Für eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Internationalisierungsstrategien sind die Unternehmen auf ein positives weltwirtschaftliches Umfeld angewiesen. Dazu zählt nicht zuletzt ein uneingeschränkter Zugang zu Auslandsmärkten. Eine tiefere Integration der Europäischen Union und ein erfolgreicher Abschluss von Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Drittländern – wie z. B. die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) – sind hier wesentliche Rahmenbedingungen. 

Weitere Informationen und Ergebnisse auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie 

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Industriebericht Bayern 2015