Industrielle Standortqualität

Industrielle Standortqualität - Wo steht Bayern im internationalen Vergleich?

Die industrielle Standortqualität wird mit rund 60 Indikatoren gemessen

Welche Rahmenbedingungen benötigen Industrieunternehmen, um erfolgreich zu sein und um sich im internationalen Wettbewerb behaupten zu können? Welche spezifischen Anforderungen haben Industrieunternehmen an ihren Standort? Wer sind weltweit die Wettbewerber Bayerns? Wie gut sind die Standortbedingungen in Bayern und in diesen Ländern?

Um diese Fragen zu beantworten hat die IW Consult bedeutende Standortfaktoren identifiziert und ihre Qualität international vergleichen. Der IW-Standortindex berechnet für Bayern und seine 45 wichtigsten Wettbewerbsländer auf Basis eines Indikatoren-Sets und eines empirisch ermittelten Gewichtungssystems die industrielle Standortattraktivität.

Der Standort Bayern ist weltweit Spitze

Wie bereits im Vorjahr ist Bayern beim Standortniveau Vizeweltmeister. Der Freistaat belegt den zweiten Platz hinter der Schweiz, punktet vor allem mit guter Infrastruktur, einem ausgeprägten Innovationsumfeld und dem Bildungssystem. Doch der Standort Bayern kann auch in anderen Bereichen glänzen und sich in fünf der sechs bewerteten Themenbereiche unter den zehn bestplatzierten Volkswirtschaften platzieren. Dabei stützt sich der Standort auf eine starke Industrie, die rund ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung erwirtschaftet.

Während der Status Quo kaum besser sein könnte, haben sich viele Wettbewerber in den Jahren 2000 bis 2013 positiver entwickelt als Bayern. Dennoch kann Bayern im Dynamik-Ranking ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielen und belegt Rang 12.

Der entscheidende Standortnachteil des Freistaats ist das Kostenniveau. Hier schneidet Bayern ebenso wie Deutschland insgesamt nicht nur im Niveau- sondern auch im Dynamik-Ranking sehr schlecht ab. Hier schränken neben den hohen Energiekosten vor allem die Arbeitskosten die Standortattraktivität der bayerischen Industrie ein. Unter den Industrienationen verbesserten sich die Standortbedingungen nur in Schweden stärker als im Freistaat.

Schwellenländer holen auf

Schwellenländer haben bei den Kosten einen spürbaren Standortvorteil. Auch in den anderen Bereichen holen die Schwellenländer in Bezug auf ihre Standortattraktivität weiter auf. Insgesamt ist die Dynamik in den Schwellenländern größer als in den klassischen Industrieländern. Dies betrifft vor allem Staaten aus dem asiatischen und lateinamerikanischen Raum. Diese profitieren von günstigen Kostenentwicklungen und Verbesserungen bei den Themenbereichen Markt und Ressourcen.

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Die Studie wurde im Auftrag der vbw-Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. durchgeführt. Weitere Informationen und Ergebnisse auf der Homepage der vbw: