Regionalranking 2014

Regionalranking 2014

19.03.2014

Im Regionalranking der IW Consult ist der Süden Deutschlands sowohl in puncto wirtschaftliches Niveau als auch Dynamik spitze. Der Osten schwächelt dagegen – nur Berlin ist eine Ausnahme.

Im Regionalranking 2014 hat die IW Consult anhand einer Reihe von Indikatoren das Niveau und die Entwicklung der sozio-ökonomischen Lage in 402 Städten und Kreisen in Deutschland seit 2007 untersucht. Die Indikatoren aus den Bereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität wurden dabei unterschiedlich nach ihrem Einfluss auf den regionalen Erfolg gewichtet.

Fast 90 der 100 besten deutschen Regionen liegen in Bayern und Baden-Württemberg – Sieger des Niveauvergleichs ist der Landkreis München.

Im Dynamikranking liegen zwei Automobilstädte vorne: Wolfsburg und Ingolstadt haben sich wirtschaftlich am besten entwickelt. Sie weisen in allen Bereichen Top-Noten auf.

Das Regionalranking zeigt auch: Ländliche Räume müssen sich nicht hinter städtischen Wirtschaftszentren verstecken. Landkreise wie Erlangen-Höchstadt in Franken und Kelheim in Niederbayern schneiden besonders gut ab, weil sie wirtschaftlich bereits auf einem hohen Niveau waren und dieses sogar noch steigern konnten. Beide Kreise profitieren von ihrer Nähe zu Wirtschaftszentren, also zu Erlangen und Ingolstadt bzw. Regensburg. Den ansässigen Unternehmen kommen zudem die gute Verkehrsanbindung und nahe gelegene Hochschulen zugute.

Viele Regionen in Ostdeutschland kämpfen dagegen mit wirtschaftlichen Problemen. Von den schwächsten 40 Regionen des Dynamikvergleichs liegt rund die Hälfte im Osten. Besonders in den Bereichen Bildung und Innovation besteht Handlungsbedarf, denn die Schulabbrecherquote ist relativ hoch und es gibt zu wenige Patentanmeldungen im Vergleich zum Westen.

Der Erfolg von Regionen hängt vor allem davon ab, dass sie in bestimmten Bereichen aktiv werden:

  • Demografischer Wandel. Deutschland wird in Zukunft massiv Einwohner verlieren und braucht qualifizierte Fachkräfte – auch durch Zuwanderung (vgl. iwd 11/2014).
  • Industrie. Industriestarke Regionen sollten die Rahmenbedingungen weiter verbessern – etwa durch wirtschaftsfreundliche Verwaltungen und Firmennetzwerke.
  • Attraktivität. Ländliche Regionen können vor allem durch kreative Marketingstrategien und Gründungswettbewerbe Anreize für Unternehmensansiedlungen setzen.
  • Investitionen in die Infrastruktur. Ein attraktiver Lebens- und Arbeitsraum sowie eine gute Anbindung an wirtschaftlich starke Zentren sind im Wettbewerb der Regionen entscheidende Faktoren.

Quelle: Michael Bahrke, Hanno Kempermann: Regionen im Wettbewerb – Ergebnisse des IWRegionalrankings in: IW-Trends 1/2014

Detailinformationen zu allen Städten und Landkreisen: www.iwconsult.de/regional