Wirtschaftsfaktor Audiovisuelle Medien

Wirtschaftsfaktor Audiovisuelle Medien

Bisher wurde die Audio- und audiovisuelle Medienwirtschaft in der ökonomischen Forschung lediglich in Teilsegmenten betrachtet. Auch wurden in der Regel nur die direkten Effekte der Branche erfasst. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Medienwirtschaft wurde damit drastisch unterschätzt. Die vorliegende Studie schließt diese Forschungslücke durch die Entwicklung des weltweit ersten Satellitenkontos der Audio- und audiovisuellen Medienwirtschaft.

Audiovisuelle Medien

Die audiovisuelle Medienwirtschaft braucht den Vergleich mit andern Industrien in Deutschland nicht zu scheuen

Radio- und TV-Inhalte prägen heutzutage mehr denn je den Lebensalltag der Menschen: Insgesamt verbrachte jeder Deutsche ab 14 Jahren im Jahr 2016 täglich rund 8,5 Stunden mit der Nutzung von Audio- und audiovisuellen Medien, davon über 7 Stunden mit Fernsehen und Radio. Während die politische und gesellschaftliche Bedeutung der Audio- und audiovisuellen Medien durch solche Zahlen, Studien, Fachliteratur und Forschung vielfach belegt ist, wurde die volkswirtschaftliche Relevanz bisher nur unvollständig erfasst. Die vorliegende Studie der IW Consult schließt nun diese Lücke.

Die Studie erfasst die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Audio- und audiovisuellen Medien durch die Quantifizierung der Effekte in Bezug auf Produktionswert, Wertschöpfung und Beschäftigung mittels des Satellitenkontos „Audio- und audiovisuelle Medien“. Dabei wurde basierend auf den amtlichen Zahlen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des statistischen Bundesamtes die relevanten Wirtschaftsabteilungen und deren Lieferverflechtungen mit anderen Branchen vermessen. Darauf aufbauend wurden die direkten, indirekten und induzierten gesamtwirtschaftlichen Effekte der Branche gemessen.

Mit rund 67 Milliarden Euro entfallen rund 2,45 Prozent der Wertschöpfung Deutschlands auf die Aktivitäten der Unternehmen der Audio- und audiovisuelle Medienwirtschaft. Zudem werden 829.000 Jobs durch die Medienwirtschaft in Deutschland bedingt. Das sind 1,93 der Beschäftigten in Deutschland. Damit sorgen die Unternehmen der Audiovisuellen Medien für mehr Beschäftigung als der direkte Beitrag der chemischen Industrie oder der Dienstleistern der Finanzbranche.

Studie der IW Consult GmbH und Economica GmbH im Auftrag des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)

Anna Kleissner / Roman Bertenrath / Manuel Fritsch – Gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Audio- und audiovisuellen Medien in Deutschland: Download | PDF