Deutscher Akademischer Austauschdienst

Erfahrung mit Qualifikation

Der DAAD nimmt für die verschiedenen EU-Hochschulprogramme im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Aufgaben einer Nationalen Agentur bzw. Informations- und Beratungsstelle wahr. Mit im Fokus steht die Begleitung des Bologna-Prozesses für Deutschland. Zur Beantwortung der Frage, wie weit Bachelor und Master bereits von der hiesigen Wirtschaft akzeptiert sind, setzt der DAAD auf die fachliche und empirische Expertise der IW Consult. In mehreren Untersuchungen wurde die Sicht deutscher Unternehmen auf die gestuften Abschlüsse des europäischen Hochschulraumes und die Bedeutung von studienbegleitenden Auslandsaufenthalten evaluiert.

Eigene Befragungen und Sekundärauswertungen

Die IW Consult konzipierte und realisierte einen Methodenmix, der Auswertungen von bestehenden Studien mit eigenen Erhebungen kombinierte. In zwei Wellen wurden jeweils rund 1.000 Unternehmen befragt. Alle Unternehmen wurden nach dem Zufallsprinzip in einer nach Mitarbeiteranzahl und Branchen geschichteten Stichprobe aus der Unternehmensdatenbank der IW Consult gezogen. Um die Struktur der Stichprobe an die der Grundgesamtheit aller deutschen Firmen anzupassen, wurden die Befragungsergebnisse mit Daten des Unternehmensregisters gewichtet.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Master und Bachelor sind in der Wirtschaft akzeptiert und angekommen. Im Vergleich mit Hochschulexamen wie Diplom oder Magister, bietet die Industrie auch den Absolventinnen und Absolventen nach dem Bologna-Modell uneingeschränkte Chancen – egal ob Job-Einstieg oder Karriereentwicklung. Nur wenige Unternehmen halten Bachelor- und Master-Absolventinnen und Absolventen für nicht ausreichend qualifiziert: Über vier Fünftel, die nach eigener Angabe auf umfassende Erfahrungen mit den neuen Abschlüssen zurückblicken können, bewerten die Berufsqualifikation der Bachelor-Absolventen als (eher) ausreichend. Aus der Erfahrung folgt aber auch eine differenziertere Einschätzung zum Nachbesserungsbedarf wie beispielsweise in punkto Praxisbezug der Studieninhalte.

Darüber hinaus unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von Auslandsaufenthalten: 81 Prozent der exportierenden Unternehmen ab 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern räumt Absolventinnen und Absolventen mit internationalen Erfahrungen (deutlich) bessere Einstellungschancen ein. Der Auslandsbesuch sollte dabei nicht zu kurz ausfallen, zumal die Einstellungschancen durch eine auslandsbedingte Verlängerung der Studienzeit nicht geschmälert werden.

„Für Hochschulen sind die Erkenntnisse im Kontext der Entwicklung von Curricula und der Beratung von Studierenden besonders wichtig. Die Zusammenarbeit mit der IW Consult war äußerst konstruktiv und eröffnete dem DAAD die Möglichkeit, Erfahrungen deutscher Unternehmen kennenzulernen, die in dieser profunden Weise sonst nicht hätten gewonnen werden können“, unterstreicht Marina Steinmann, zuständige Referentin in der Nationalen Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD.