Städteranking 2017

Deutschlands Städte im Vergleich

23.11.2017

  • Bayern dominiert weiterhin Deutschland – München und Ingolstadt gewinnen den Niveau- bzw. den Dynamikvergleich
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  • Darmstadt bleibt zum 3. Mal in Folge Zukunftsstandort Nummer 1 – der Vorsprung zu 2016 verringert sich allerdings
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  • Berlin erzielt den dritten Platz bei der dynamischsten Stadt – besondere Stärken im Teilranking Wohnungsneubau
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Das Städteranking 2017 zeigt die Standortqualität, Wirtschaftskraft und Zukunftsperspektiven aller 70 kreisfreien deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Das Ergebnis: München, Ingolstadt und Darmstadt stehen vorn, die Autostädte bleiben konstant gut. Franken punktet mit starker Wirtschaft und das Ruhrgebiet bleibt Schlusslicht. Darmstadt ist zum dritten Mal Zukunftsstandort Nummer 1. Berlin steigt im Ranking der Städte, die sich am besten entwickelt haben, um sechs Plätze auf den dritten Platz.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat das Städteranking in bewährter Weise im Auftrag von WirtschaftsWoche und ImmobilienScout24 durchgeführt. Es setzt sich aus drei Kategorien zusammen: Das Niveauranking, das Dynamikranking sowie das Zukunftsranking. „Die Studie ist der umfangreichste kommunale Leistungstest in Deutschland. Das Städteranking erscheint bereits zum fünften Mal und deckt die wesentlichsten Kriterien für die Attraktivität einer Stadt ab“, sagt Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24.

Niveauranking – Triumph der Autostädte

Das Niveauranking entscheidet München zum fünften Mal in Folge für sich. Unter den Top10 im Niveauranking finden sich erneut fünf wirtschaftsstarke Autostädte: München (Platz 1), Ingolstadt (Platz 2), Stuttgart (Platz 3), Regensburg (Platz 6) und Wolfsburg (Platz 7). Ebenso kann Darmstadt (Platz 9) seinen Platz unter den Besten sichern. „Wirtschaftsstarke Regionen haben eines gemeinsam: hohe Mieten. Denn ein attraktiver Job-Markt sorgt für stetigen Zuzug von gut verdienenden Arbeitnehmern. Dadurch steigt die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt – was in begehrten Lagen für steigende Mieten sorgt“, erläutert Jan Hebecker. In allen Top10-Städten des Niveaurankings sind in den letzten fünf Jahren die Mieten um mindestens 13 Prozent (Hamburg) und bis zu 33 Prozent (Wolfsburg) gestiegen. Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 14 Euro ist München die teuerste Stadt zum Wohnen. Knapp daneben, aber mit einer Verbesserung um vier Plätze, belegt Würzburg den elften Platz. Dass Standorte mit renommierten Universitäten punkten, zeigt auch die gute Gesamtplatzierung von Erlangen (Platz 4), Ingolstadt (Platz 2) und Regensburg (Platz 6) im Niveauranking. Die bayerischen Städte sind auch in den Bereichen „Lebensqualität“, „Arbeitsmarkt“ und „Wirtschaft“ mit Platzierungen unter den Top10 hervorragend aufgestellt. Die letzten Plätze im Niveauranking belegen weiterhin die Ruhrgebiets-Städte Herne und Gelsenkirchen. Hier fehlt es an erfolgreichen Unternehmen, innovativer Forschung und herausragenden Hochschulen. Auch im Niveauranking legt Berlin zwei Plätze zu und belegt den 37. Platz.

Dynamikranking – drei fränkische Städte in den Top10, Ulm und Darmstadt holen auf

Fand sich München vergangenes Jahr noch auf Platz 1, muss sich die Stadt an der Isar im Dynamikranking geschlagen geben: München rückt nach Ingolstadt auf den zweiten Platz. Für eine Überraschung sorgt Berlin: Mit einer Verbesserung von sechs Plätzen im Dynamikranking landet die deutsche Hauptstadt auf Platz 3. „Damit zeigt Berlin einmal mehr, wie zukunftsorientiert und wandelbar es ist“, sagt Jan Hebecker. Das Dynamikranking verdeutlicht die Entwicklung, die Städte und Regionen hin zu einer zukunftsorientierten Unternehmenslandschaft vollziehen. Auf die Top 3 folgt Würzburg auf Platz 4, Nürnberg auf Platz 8 und Fürth auf Platz 10. Nach Erfolgsgründen für die die Region Franken muss nicht lange gesucht werden: eine exzellente Forschungslandschaft kombiniert mit attraktiven Unternehmen vor Ort, die High Potentials und Hochschulabsolventen attraktive Jobs bieten und somit in der Region halten. Lediglich Erlangen ist auf dem absteigenden Ast. Belegte die mittelfränkische Stadt vergangenes Jahr noch Platz acht, findet sie sich nun mit einer Verschlechterung um sechzehn Plätze auf dem 24. Platz. Dies lässt sich insbesondere auf den Immobilienmarkt zurückführen. Erlangen hat eine im Vergleich zu vor fünf Jahren schwache Dynamik bei den fertiggestellten Wohnungen und Baugenehmigungen. Zudem nimmt die Attraktivität der Miet- und Eigentumswohnungen gemessen an den Klicks bei ImmoScout ab. Überflieger im diesjährigen Dynamikranking sind Ulm auf Platz 12 und Darmstadt auf Platz 15. Damit hat Ulm, die Stadt an der Donau, im Vergleich zum letzten Jahr um 27 Plätze aufgeholt und macht ihrem Ruf als „Wissenschaftsstadt mit Know-How-Potential“ alle Ehre. Darmstadt zeigt sich auch hier von seiner besten Seite und wird mit einer Verbesserung um 31 Plätze der Star im Dynamikranking. Die Defizite des Ruhrgebiets in Wirtschaft und Wissenschaft spiegeln sich auch hier wider. Auf den letzten Plätzen im Dynamikranking tummeln sich Städte wie Krefeld (60), Bottrop (61), Duisburg (62), Oberhausen (64), Hagen (68) und Gelsenkirchen (69).

Zukunftsranking – Darmstadt ist Mittelpunkt des europäischen Silicon Valley

Wie auch schon im vergangenen Jahr steht Darmstadt beim Zukunftsranking auf dem Siegertreppchen. Das Ranking misst das Zukunftspotenzial der jeweiligen Stadt in den Bereichen Forschungsstärke, Industrien der Zukunft und kreative Dienstleistungen. Gemessen werden etwa der Anteil der Hochqualifizierten, die Ingenieursquote sowie die Zahl der Arbeitnehmer in Zukunftsindustrien. Darmstadt ist das Wissenschafts- und High-Tech-Zentrum der Metropolregion Rhein-Main-Neckar, die als Europas Silicon Valley der Unternehmenssoftware gilt. München belegt nach Darmstadt Platz 2. Erlangen (Platz 3) schafft es dank seiner Vorreiterrolle in Forschung und Wirtschaft ebenfalls an die Spitzen des Zukunftsrankings. Weiterhin stehen mit Stuttgart (Platz 4), Wolfsburg (Platz 5) und Ingolstadt (Platz 6) die Automobilstädte sowie die Standorte mit den deutschen Top-Universitäten auf den vordersten Plätzen. Die deutsche Hauptstadt Berlin stagniert im Zukunftsranking – die Stadt an der Spree verharrt auf Platz 14. Die deutsche Hauptstadt legt um vier Plätze auf Rang 14 zu und zeigt damit auch hier positive Entwicklungen.

Teilranking Immobilienmarkt – Wohnungsbau

Das Teilranking Immobilienmarkt gibt beinhaltet u.a. die Zahl der Wohnungsneubauten je 1.000 Wohnungen des Bestandes (einschließlich Umbauten) in den untersuchten Städten in den Jahren 2011 bis 2015 an. Zwar schaffen es hier die Metropolen Berlin, Frankfurt am Main und Hamburg aus dem Dynamikranking in die Top 10. Platz 1 belegt jedoch Heilbronn (86,7 Punkte), gefolgt von Potsdam (75 Punkte). und Frankfurt am Main (70,8) erzielt den dritten Rang, gefolgt von. Hamburg mit 68,6 Punkten (Platz 4), Mülheim an der Ruhr (62,1; Platz 5) sowie Ingolstadt (61,1; Platz 6), die punkten ebenfalls mit einer hohen Dynamik am Immobilienmarktbei den Wohnungsneubauten punkten. Heidelberg belegt den achten Platz (59,6), gefolgt von Mainz (59,5; Platz 9) und Jena (58,4; Platz 10). „Die Ergebnisse zeigen, dass in den letzten Jahren insbesondere die attraktiven und wirtschaftlich erfolgreichen Mittelstädte in den Fokus gelangt sind.“, sagt Jan Hebecker.

Interaktive Karte

Klicken Sie auf die Karte, um ein PDF mit den Ergebnissen (Niveau und Dynamik) samt aller Indikatoren für die einzelnen Städte herunterzuladen:

Karte

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Alle Städte zum Download

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