Den Höhepunkt der Covid-19-Krise erwarten die Unternehmen in 7 Monaten, eine Normalisierung der Umsätze erst in knapp 1,5 Jahren.

 

Die Unternehmen benötigen vor allem Kurzarbeitergeld und finanzielle Soforthilfen. 55 Prozent der befragten Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt bzw. bereits beantragt.

IW-Covid-19-Panel Results

Ergebnisse der ersten Covid-19-Umfrage

 

Das neue Panel gibt in monatlichem Turnus einen Überblick darüber, wie es um die deutsche Wirtschaft in der Krise steht. An der ersten Befragung beteiligten sich im Zeitraum vom 14. bis 23. April 2020 insgesamt 555 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, Regionen und Größenklassen. Die Umfrage erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität, sondern soll ad-hoc aktuelle Trends zur Krisenbetroffenheit der deutschen Wirtschaft identifizieren.

Die zweite Umfrage startet am 14. Mai. Dafür können sich Unternehmen, die bislang nicht teilgenommen haben, schon jetzt hier registrieren. Alle Teilnehmer erhalten im Nachgang kostenlos einen individuellen Benchmark-Bericht. Detaillierte Infos zum IW-Covid-19-Panel finden Sie hier.

Einen Kurzbericht mit den wichtigsten Umfrageergebnissen können Sie sich hier als pdf herunterladen. 

Eine detaillierte Analyse zum Thema "Kurzarbeit in der Krise" finden Sie in unserem IW-Kurzbericht. 

Wie gut sich einzelne Schutzmaßnahmen (Homeoffice, Abstandsregeln, ...) in den Unternehmen umsetzen lassen, hat mein Kollege Dr. Oliver Stettes in einer IW-Nachricht untersucht. 

Betroffenheit nach Branchen

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Vor allem die Gastronomie und Hotellerie sind aufgrund der staatlich verfügten Schließung in existenzbedrohendem Maße von der derzeitigen Krise betroffen. Auch im Bereich Medien und IKT fallen die Corona-Auswirkungen überdurchschnittlich stark aus. Hier scheint aber vor allem ein spürbarer Rückgang der Kundennachfrage Ursache der hohen Krisenbetroffenheit zu sein. Im Gegensatz dazu ist die Bauwirtschaft nur in sehr begrenztem Maße von der Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen worden.

Betroffenheit nach Regionen

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Während sich die Krisen-Betroffenheit nach Branchen-Gruppen stark unterscheidet, sind in regionaler Perspektive nur geringe Unterschiede festzustellen. Dazu wurde Deutschland in die Regionen Nord, Süd, Ost und West unterteilt. Die Unterschiede zwischen der Region Nord mit dem niedrigsten Betroffenheitswert (45,6 von 100 Punkten) und der Region Ost mit dem höchsten Betroffenheitswert (51,1 von 100 Punkten) sind nicht signifikant. 

Wie lange dauert die Krise?

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Die befragten erwarten, dass der Höhepunkt der derzeitigen Krise erst in rund 7 Monaten erreicht sein wird. Interessant ist an dieser Stelle, dass diese Einschätzung weitgehend unabhängig von der individuellen Krisen-Betroffenheit ist. 

Mit einer Normalisierung der Umsatzsituation rechnen die Unternehmen erst in 16 Monaten. Hier sind auch größere Unterschiede zwischen stark und schwach betroffenen Unternehmen festzustellen: Während stark betroffenen Unternehmen erst in knapp 19 Monaten mit einer Normalisierung der Umsätze rechnen, rechnen die weniger stark betroffenen Unternehmen bereits in knapp 14 Monaten und damit fast ein halbes Jahr früher einen Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität.

Welche Hilfen werden benötigt?

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Die hier präsentierten Freitext-Antworten der befragten Unternehmen zu den benötigten Hilfen zeigt sehr deutlich: Vor allem das Kurzarbeitergeld, finanzielle Soforthilfen sowie Steuererleichterungen werden in der derzeitigen Situation dringend gebraucht.

Wer sollte helfen?

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Zu jeder benötigten Hilfsmaßnahme konnten die Unternehmen ebenfalls via Freitext angeben, welcher Akteur diese Hilfen möglichst bereitstellen sollte. Hier sehen die befragten Unternehmen vor allem die Bundesregierung in der Pflicht, gefolgt von den Ländern und der Bundesagentur für Arbeit. Auch der KfW wird eine wichtige Rolle von Seiten der Unternehmen bei der Bewältigung der derzeitigen Krise zugewiesen. Nur vereinzelt werden hingegen die unteren regionalen Ebene wie Kommunen oder Landkreise als potenzieller Notfall-Helfer genannt. 

Wie kann Ihr Unternehmen reagieren?

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Welche Maßnahmen gegen die Krise die Unternehmen selbst (intern) ergreifen können, wurde über eine Schieberegler-Eingabe gemessen. Mit diesem konnten Werte zwischen 0 Punkten (faktisch nicht möglich) und 10 Punkten (sehr einfach möglich) vergeben werden. Grundsätzlich ist festzustellen: Unternehmen, die sich selbst als stark von der Krise betroffen einstufen, haben in allen thematisierten Bereichen größere Schwierigkeiten als gering betroffene Unternehmen, die entsprechenden Maßnahmen in den eigenen Arbeitsalltag zu integrieren. 

Im Detail zeigt sich zum einen, dass die sich Hoffnung, der Krise mit den digitalen Mitteln des Homeoffice und Online-Vertriebs wirkungsvoll begegnen zu können, für einen Großteil der befragten Unternehmen nicht erfüllt hat. Anders hingegen die Einhaltung von Mindestabstandsregeln zwischen Beschäftigten und zwischen Kunden: Diese beiden Aspekte scheinen selbst für stark krisenbetroffene Unternehmen vergleichsweise einfach umzusetzen sein. Gleiches gilt für eine regelmäßige Desinfektion der Arbeitsplätze. Weniger praktikabel, wenn auch nicht aussichtslos, erscheinen den Unternehmen die Einführung rotierender Präsenzzeiten und die Bereitstellung von Schutzkleidung und -masken.

 

Nutzen Sie Kurzarbeit?

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Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen haben aufgrund der Corona-Krise bereits Kurzarbeit angezeigt oder beantragt. Weitere 17 Prozent gaben an, dass die notwendige Anzeige bei der Bundesagentur für Arbeit zwar noch nicht gestellt sei, dies aber geplant ist oder zumindest in Betracht gezogen wird. 

Mehr als ein Drittel der Unternehmen, die Kurzarbeit beantragt haben, stocken dabei reduzierten Gehälter ihrer jeweiligen Beschäftigten auf -- ein Großteil freiwillig und ohne tarifvertragliche oder betriebliche Verpflichtung. 

Ihr Ansprechpartner
IW-Covid-19-Panel

Dr. Thomas Schleiermacher

IW Consult GmbH
Leiter Empirie & Methoden + Datenschutz-Koordinator

+49 (0)221 4 98 18 77
schleiermacher (at) iwkoeln.de