Industrielle Standortqualität Bayerns im internationalen Vergleich - Dynamikranking

Im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat die IW Consult die industrielle Standortqualität Bayerns im internationalen Vergleich untersucht und ein Dynamikranking zur Entwicklung zwischen 2005 und 2018 erstellt. Die Analyse knüpft an die Ergebnisse des Niveauvergleichs aus dem Sommer 2020 an.

Für den internationalen Vergleich der industriellen Standortqualität wurden die 45 wichtigsten Wettbewerber der bayerischen Industrie berücksichtigt. Die Standortbedingungen werden mit 60 Indikatoren in sechs Themenbereichen – Staat, Infrastruktur, Wissen, Ressourcen, Kosten und Markt – gemessen. Für die Dynamikperspektive wird die Entwicklung seit dem Jahr 2005 betrachtet. Das Dynamikranking knüpft dabei an die Niveaubetrachtung aus dem Sommer 2020 an.

Bayern teilt sich mit den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Deutschland und Italien Plätze im Mittelfeld des Dynamikranking der industriellen Standortqualität. Mit knapp unterdurchschnittlichen 95,9 Punkten (Mittelwert = 100) erreicht Bayern den 27. Rang. Deutschland liegt knapp dahinter auf Rang 28. An der Spitze platziert sich unangefochten die Volksrepublik China mit 143,7 Punkten. Wie im Vorjahr belegen Schwellenländer die ersten zwölf Ränge. Südkorea bleibt das beste Industrieland auf Rang 13 (106,6 Punkte). Weitere traditionelle Wettbewerber können sich vor Bayern platzieren. Zu den wichtigsten zählen die USA (Rang 19), die Niederlande (Rang 24) und Frankreich (Rang 26).

Die Entwicklung der Schwellenländer in Asien verläuft mit der größten Dynamik (114,1Punkte). Die Aufholeffekte Asiens zeichnen sich deutlich ab, denn Aufsteigerregionen in Europa und auf anderen Kontinenten zeigen eine geringere Dynamik. Ihr Index-Mittelwert ist mit 101,2 bzw. 101,6 Punkten nur leicht überdurchschnittlich. Die Industrieländer hingegen erzielen unterdurchschnittliche Werte im Dynamikranking. Die europäischen Industrienationen weisen die geringste Entwicklungsdynamik auf (91,8 Punkte). Andere entwickelte Volkswirtschaften liegen ebenfalls unter dem Durschnitt, auch wenn der ländergruppenspezifische Mittelwert weniger stark vom Index-Mittelwert abweicht (97,2 Punkte).

In zwei der sechs Themenbereiche entwickelt sich Bayern überdurchschnittlich. Die beste Einzelplatzierung erreicht Bayern im Themenbereich Infrastruktur mit Rang 19. Der Freistaat verfügt über ein Logistik- und Transportsystem, das heute bereits sehr leistungsfähig ist, sich aber dennoch stetig weiter verbessert. Als zweiter wichtiger Standortfaktor präsentieren sich die staatlichen Rahmenbedingungen, die ebenfallseine überdurchschnittliche Dynamik aufweisen. Die Entwicklung der Regulierung und der Bürokratie zählen hier zu den Stärken Bayerns. In beiden Themenbereichen Staat und Infrastruktur zählt Bayern im Niveauvergleich zu den Top 10. In drei Bereichen, in denen Bayern im Niveauranking Top-10-Platzierungen erreicht – Wissen, Ressourcen und Markt – erzielt der Freistaat im Dynamikvergleich nur Rängen zwischen 25 und 33 nur unterdurchschnittliche Bewertungen. Hier zeigen sich deutlich die Aufholeffekte der Schwellenländer und deren zunehmende weltwirtschaftliche Integration. Vor allem die Entwicklung Chinas setzt hier weiter Maßstäbe. Das schwache Abschneiden Bayerns im Teilranking Kosten ist gleichzeitig typisch für viele etablierte Industrieländer.

Industrielle Standortqualität Bayerns im internationalen Vergleich – Dynamikranking (PDF)

Projektmitarbeiter