Work-Life-Green-Balance: die Nähe zu Grünflächen im Metropolenvergleich

Grünflächenerreichbarkeit als Standortvorteil

„Die tatsächliche Erreichbarkeit von Grünflächen ist sehr wichtig für die Lebensqualität in dicht besiedelten Regionen und ein echter Standortfaktor im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte“, sagt der Leiter der Studie und Geschäftsführer von IW Consult Hanno Kempermann. „Wie lange die Menschen effektiv brauchen, um ins Grüne zu kommen, wurde bisher allerdings nie ermittelt. Diese Lücke schließt unsere neue Studie. Sie zeigt zugleich, dass die Metropole Ruhr im Gegensatz zu manchen Vorurteilen zu den grünsten Regionen Deutschlands gehört. Hier kann man im Grünen leben und arbeiten.“

Acht Metropolregionen im Vergleich: zwei zweite Plätze für das Ruhrgebiet

Bei der Ergebnisberechnung für acht Metropolregionen wurden insgesamt rund 2,85 Millionen Unternehmen, 1,34 Millionen Zensuspunkte und 200.000 Grünflächen berücksichtigt. Spitzenpositionen in beiden Segmenten des neu entwickelten Indikators erzielen lediglich das Ruhrgebiet und die Region Rhein-Main. Die Metropole Ruhr belegt zweimal den zweiten Platz: Vom Arbeitsplatz aus benötigen Menschen in der Region im Durchschnitt nur dreieinhalb Minuten mit dem Fahrrad und zehn Minuten zu Fuß ins Grüne (Work-Green). Vom Wohnort aus sind es nur drei Minuten Fahrt- oder neun Minuten Gehzeit (Life-Green). Die Region Rhein-Main erzielt einen ersten Platz (Work-Green) und einen dritten (Life-Green). In der Metropolregion Hamburg ist man vom eigenen Zuhause aus am schnellsten im Grünen, hingegen reicht es bei der durchschnittlichen Fahrt- und Gehzeit der Beschäftigten nur für den siebten Platz. Darüber hinaus wurden die Metropolregionen Berlin-Brandenburg, München, Rhein-Neckar um Mannheim, Rhein um Köln sowie Stuttgart untersucht.

Zur Methodik

Ausgangspunkt der Studie war ein Defizit bestehender Untersuchungen. Mit konventionellen Indikatoren, beispielsweise absolute Grünflächenanteile, lässt sich nicht ermitteln, wie verteilt diese Flächen in einer Region sind und ob sie von allen Teilen der Bevölkerung schnell erreicht sowie genutzt werden können. Der neue Work-Life-Green-Balance-Indikator der IW Consult erlaubt erstmals belastbare Aussagen über die tatsächliche Erreichbarkeit von Grünflächen. Dieser besteht aus zwei Teilindikatoren: Die Work- Green-Balance bildet für jede Region die durchschnittliche Fahrrad- und Gehzeit vom Arbeitsplatz zur nächsten Grünfläche ab, die Life-Green-Balance die jeweilige Durchschnittszeit vom Wohnort ins Grüne.

Studie für den Regionalverband Ruhr: Work-Life-Green-Balance: die Nähe zu Grünflächen im Metropolenvergleich

Zusammenfassung der Studie: Work-Life-Green-Balance: die Nähe zu Grünflächen im Metropolenvergleich

Projektmitarbeiter