Studie:Leben in Metropolregionen

Menschenmenge in einer belebten Einkaufsstraße

Analyse

Was macht eine Region "lebenswert"?

Die Wahrung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist nicht nur ein politisches Versprechen, sondern ein im Grundgesetz verankertes Staatsziel (Art. 72 GG). Doch in einer Zeit, in der Deutschland mit vielfältigen Disparitäten kämpft, verschiebt sich die Definition dessen, was ein „gutes Leben“ ausmacht. Während traditionell ökonomische Kennzahlen wie das Bruttoinlandsprodukt dominierten, wird mittlerweile breiter diskutiert, was lebenswerte Regionen ausmacht. 

Die vorliegende Studie liefert hierzu eine umfassende Datenbasis. Sie vergleicht die zwölf deutschen Metropolregionen anhand von 23 Indikatoren in sechs Bereichen und kommt zu einem Ergebnis, das mit gängigen Klischees bricht: Das Ruhrgebiet belegt im Gesamtindex den ersten Platz. Auf das Ruhrgebiet folgen das benachbarte Rheinland und die Metropolregion Rhein-Neckar. Die Metropolregionen Frankfurt/Rhein-Main und Mitteldeutschland komplettieren die Top 5.

Was macht eine Region "zukunftsfähig"?

Die Studie identifiziert drei wesentliche gesellschaftliche Handlungsfelder, die über die Zukunftsfähigkeit der Regionen entscheiden: 

  • Bezahlbarer Wohnraum als Zukunftschance
    In vielen Metropolräumen gehen die Preise stark auseinander, sodass erschwingliche Regionen besonders für Normal- und Mittelschichtshaushalte wichtige Perspektiven für den Erwerb von Wohneigentum bieten.
  • Lebensqualität durch Kultur- und Freizeitvielfalt
    Die Attraktivität einer Region steigt mit der Vielfalt an kulturellen Angeboten, Sportmöglichkeiten und Erholungsräumen, die wesentlich zur Lebensqualität und zum Wohlbefinden der Bevölkerung beitragen.
  • Zeit als zentraler Wohlstandsfaktor
    Kurze Alltagswege erhöhen die Zeitsouveränität, da Familien und Berufstätige täglich wertvolle freie Zeit gewinnen, die selbstbestimmt für Familie, Erholung oder Aktivitäten genutzt werden kann.
Grüner Garten zwischen verschiedenen Mehrfamilienhäusern

zentrale Ergebnisse

Spannungsfeld zwischen den klassischen
Star-Metropolen und dem Ruhrgebiet

Die Studie zeigt, dass klassische monozentrische Metropolregionen wie München, Hamburg oder Berlin trotz starker Kernstädte im Gesamtranking verlieren, weil große ländliche Umlandflächen zu langen Wegen und hohen Durchschnittsbelastungen führen. Im Gegensatz dazu profitieren Ballungsräume mit polyzentrischer Struktur von einer flächendeckenden Erreichbarkeit zentraler Angebote – von Gesundheitsversorgung über Mobilität bis Freizeit. 

Die Untersuchung macht deutlich, dass kurze Wege nicht nur Infrastrukturfragen lösen, sondern eine eigene Wohlstandsdimension darstellen: Sie schenken Familien und Berufstätigen täglich wertvolle Zeit für ein gutes Leben. Regionen mit moderaten Immobilienpreisen und dichter Vernetzung bieten zudem attraktive Zukunftschancen für Wohneigentum und eine nachhaltige Bindungskraft.

Leben in Metropolregionen

Eine Studie für den Regionalverband Ruhr (RVR)

zur Studie

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