Ranking:Müllgebührenranking 2026

Gelbe Mülltonnen zum Recycling von Verpackungsabfall

im Vergleich

Wie hoch sind die Müll-
gebühren in Ihrer Stadt?

Bereits zum vierten Mal – nach 2016, 2019 und 2022 – hat die IW Consult im Auftrag von Haus & Grund Deutschland die Abfallgebühren der 100 einwohnerstärksten Städte Deutschlands systematisch verglichen. Im Mittelpunkt steht ein vierköpfiger Musterhaushalt, der die vier gängigen Müllsorten Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier produziert. Da sich die Städte im Abfuhrrhythmus und im Servicegrad erheblich unterscheiden, werden die Ergebnisse in einem einheitlichen Müllgebührenindex zusammengefasst. Die Studie zeigt: Kommunale Abgaben wie Abfallgebühren haben einen spürbaren Einfluss auf die Wohnkosten – doch transparente Vergleichsmöglichkeiten fehlen vielerorts noch immer.

Rankingergebnisse

Große Spannweite von Flensburg bis Bergisch Gladbach

Das Müllgebührenranking 2026 offenbart erhebliche Unterschiede zwischen den Städten. Flensburg belegt – wie schon 2019 – den ersten Rang: Der Musterhaushalt zahlt dort für den zweiwöchentlichen Vollservice lediglich 162,60 Euro im Jahr während in Dortmund für identische Leistungen 535,80 Euro anfallen. Auf den weiteren Podestplätzen folgen Nürnberg und Frankfurt am Main. Das Schlusslicht des Rankings ist Bergisch Gladbach. Dort fallen schon für eine zweiwöchentliche Abholung nur im Teilservice 477,84 Euro an. Davor rangieren Lünen (456,92 Euro) und Leverkusen (443,85 Euro). Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass Leverkusen zwischenzeitlich die Biotonne eingeführt hat.

Kostenentwicklung

Gebühren steigen –
besonders im Vollservice

Im Vergleich zum letzten Müllgebührenranking aus dem Jahr 2022 sind die Abfallgebühren in den meisten Städten gestiegen. Nur in wenigen Kommunen konnten die Gebühren stabil gehalten oder gar gesenkt werden – etwa in Fürth durch den Einsatz von Rücklagen oder in Potsdam durch geringere Entsorgungskosten und höhere Altpapiererträge. Besonders stark gestiegen sind die Gebühren in Darmstadt (plus 51 Prozent im Vollservice) und Gera (plus 64 Prozent bei der Grundgebühr), wo höhere Entsorgungs-, Energie- und Personalkosten die Kosten in die Höhe trieben. Den stärksten Anstieg verzeichnet insgesamt der Vollservice: Im Durchschnitt der 100 Städte liegen die realen Gebühren für den 14-täglichen Vollservice bei 358 Euro (+14 Prozent), für den 7-täglichen Vollservice bei 394 Euro (+16 Prozent).

Gebührenrechner als Ausnahme

Intransparente Systeme erschweren den Vergleich

Neben der Höhe der Gebühren fällt auch besonders deren mangelnde Transparenz auf. Komplizierte Gebührenordnungen mit Grund- und Leistungsgebühren, Gewichtskomponenten und unterschiedlichsten Bringsystemen machen es Verbraucherinnen und Verbrauchern schwer, ihre eigenen Kosten nachzuvollziehen. Nur 12 der 100 untersuchten Städte bieten einen interaktiven Gebührenrechner an – darunter Positivbeispiele wie Duisburg und Trier. Die übrigen 88 Städte lassen ihre Bürgerinnen und Bürger mit teils unübersichtlichen Satzungen allein. Mehr Standardisierung und digitale Transparenzinstrumente, damit Haushalte die Angemessenheit ihrer Müllgebühren selbst einschätzen und Verbesserungen einfordern können, würde Abhilfe schaffen.

Müllgebührenranking 2026

Eine Erhebung der IW Consult im Auftrag von Haus & Grund Deutschland

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