Studie:Analyse der Chancen & Herausforderungen des Standorts Ostbelgien

Ein Unternehmensgebäude im ländlichen Raum

Wirtschaftsstudie

Perspektiven des Standorts Ostbelgien

Die Wirtschaftsstudie „Analyse der Chancen & Herausforderungen des Standorts Ostbelgien“ untersucht, wie die Region ihre wirtschaftliche Entwicklung unter veränderten Rahmenbedingungen gestalten kann. Beauftragt wurde sie von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgien (WFG) im Rahmen eines LEADER-Kooperationsprojekts der Lokalen Aktionsgruppen „Zwischen Weser und Göhl“ und „100 Dörfer – 1 Zukunft“. Spatial Foresight und IW Consult erarbeiteten die Studie 2025 und 2026 gemeinsam. Sie analysiert die strategischen Vorarbeiten zur regionalen Entwicklung sowie die wirtschaftliche Ausgangslage und transformationsrelevante Standortbedingungen. Damit zeigt sie, welche Stärken Ostbelgien prägen, wo strukturelle Herausforderungen liegen und welche Potenziale bisher ungenutzt bleiben.

Strategische Ausrichtung

Viele regionale Strategien, kein wirtschaftliches Gesamtkonzept

Ostbelgien verfügt über zahlreiche regionale Konzepte und Fachstrategien. Sie behandeln unter anderem Nachhaltigkeit, Energie und Kreisläufe, die Entwicklung einer qualitätsorientierten KMU-Region, Digitalisierung, Fachkräftesicherung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Das Leitbild „Ostbelgien leben 2040“ bietet einen übergeordneten Rahmen. Ein integriertes, ausdrücklich auf die wirtschaftliche Entwicklung ausgerichtetes Gesamtkonzept fehlt jedoch. Die Studie zeigt außerdem strategische Lücken: Digitalisierung wird noch zu selten als Hebel für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit konkretisiert. Auch zu Innovation, Branchenentwicklung und internationaler Wettbewerbsfähigkeit fehlen vielfach umsetzungsnahe Ansätze. Die Dokumentenanalyse macht so sichtbar, welche wirtschaftlichen Themen bereits verankert sind und wo die Verbindung zwischen bestehenden Strategien und konkreter Umsetzung noch nicht trägt.

Regionalökonomie

Industrielle Basis, begrenzte Wachstumsdynamik

Die regionale Wirtschaft verfügt über eine industrielle Basis, schöpft ihre Wachstumsmöglichkeiten im Vergleich jedoch nur teilweise aus. Zwischen 2013 und 2023 nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 2.080 zu, die Entwicklung blieb hinter den Vergleichsregionen zurück. Auch die Wirtschaftsleistung je Einwohner liegt unter dem belgischen Niveau: Das BIP pro Kopf erreichte 2023 rund 34.855 Euro beziehungsweise 68,9 Prozent des Landeswerts. Die Branchenstruktur prägt diese Dynamik mit. 2023 entfielen 17,9 Prozent der Erwerbstätigen auf das verarbeitende Gewerbe, gegenüber 9,9 Prozent in Belgien. Wirtschaftliche Dienstleistungen waren mit 14,5 Prozent deutlich schwächer vertreten als im Landesdurchschnitt von 23,3 Prozent. Die Studie beschreibt damit einen Standort mit stabilen wirtschaftlichen Grundlagen, aber begrenzter Dynamik und einer vergleichsweise kleinen wissensintensiven Dienstleistungsbasis.

Standortbedingungen

SWOT zeigt Potenziale und Engpässe im Wandel

Die Bewertung der Standortbedingungen vergleicht Ostbelgien mit Belgien, das als Referenz den Indexwert 100 erhält. Im Gesamtindex erreicht die Region 92 Punkte. Besonders stark fällt der Globalisierungsindex mit 145 Punkten aus, auch bei der Dekarbonisierung liegt Ostbelgien mit 102 leicht über dem Landeswert. Deutliche Herausforderungen zeigen sich bei Demografie (78) und Digitalisierung (44). Zur SWOT zählen als Stärken die industrielle Substanz, Mehrsprachigkeit, hohe Lebensqualität, grenzüberschreitende Vernetzung und flächendeckendes 5G. Dem stehen Fachkräfteengpässe, starke Auspendlerbewegungen, eine schwache IKT-Branche sowie Lücken bei Glasfaser und öffentlichem Verkehr gegenüber. Chancen liegen in praxisnahen KMU-Innovationen und Kooperationen im Grenzraum. Risiken entstehen, wenn industrielle Arbeitsplätze, Unternehmensnachfolgen und digitale Transformation durch Wettbewerbsdruck und fehlende Umsetzungskapazitäten ins Stocken geraten.

Analyse der Chancen & Herausforderungen des Standorts Ostbelgien

Eine Studie im Auftrag der Wirtschafts- und Regionalförderung Ostbelgien

Zur Studie

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