Plattformarbeit
3,9 Millionen Menschen arbeiten über Plattformen
Die wachsende Bedeutung flexibler Arbeitsmodelle fällt in eine Phase tiefgreifender Digitalisierung. Digitale Technologien ermöglichen es zunehmend, Arbeit zeitlich und räumlich flexibel zu organisieren – Plattformarbeit ist ein sichtbarer Ausdruck dieser Entwicklung. Plattformarbeit ist längst kein Randphänomen mehr. Rund 7 Prozent der 18- bis 70-Jährigen arbeiten bereits über digitale Plattformen. Hochgerechnet sind das etwa 3,9 Millionen Menschen. Einschließlich indirekter und induzierter Effekte hängen rund 4,8 Millionen Arbeitsplätze mit der Plattformökonomie zusammen. Ihr Beitrag zur Bruttowertschöpfung beträgt 147 Milliarden Euro.
Plattformarbeit wird überwiegend zusätzlich zur Haupttätigkeit ausgeübt. Die wichtigsten Motive sind zeitliche Flexibilität und ein höheres Einkommen: 76 Prozent nennen zeitliche Autonomie als zentralen Grund, 63 Prozent die bessere Vereinbarkeit mit familiären Verpflichtungen. 73 Prozent nutzen Plattformarbeit zur Einkommensergänzung.
Die Studie zeigt Chancen und Grenzen der Plattformarbeit. Sie kann Erwerbsbeteiligung, Flexibilität und wirtschaftliche Wertschöpfung stärken. Damit ihr Potenzial nachhaltig, rechtssicher und fair genutzt werden kann, braucht es eine aktive arbeitsmarktpolitische Gestaltung – insbesondere mit Blick auf soziale Absicherung, Beschäftigungsformen und die Umsetzung der EU-Plattformarbeitsrichtlinie.