Studie:Flexibel arbeiten, Arbeitskräfte aktivieren:
Die ökonomische Bedeutung der Plattformarbeit in Deutschland

Abstraktes Bild von Geschäftsleuten hinter einer Weltkugel

Arbeitsmarkt

4,5 Milliarden Arbeitsstunden fehlen bis 2030

Der demografische Wandel stellt den deutschen Arbeitsmarkt vor eine strukturelle Herausforderung: Bis 2030 gehen im Vergleich zu 2019 rund 4,5 Milliarden Arbeitsstunden verloren. Ein ausreichend großes Arbeitskräfteangebot bleibt jedoch entscheidend für Wohlstand, Wachstum und die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme. Neben Zuwanderung und einer höheren Erwerbsbeteiligung kommt deshalb der Ausweitung der geleisteten Arbeitszeit eine zentrale Bedeutung zu.

Die Studie basiert auf einer Befragung von mehr als 20.000 Personen in Deutschland. Sie untersucht, welche Rolle flexible Arbeitsmodelle und Plattformarbeit für das Arbeitskräfteangebot spielen und unter welchen Bedingungen Menschen bereit wären, mehr zu arbeiten.

Potenziale

Bis zu 400 Millionen zusätzliche Arbeitsstunden

Rund jede fünfte Person würde gern mehr arbeiten. In einem im Rahmen der Studie untersuchten Modell mit hoher zeitlicher Autonomie können sich 61 Prozent der Personen mit Mehrarbeitswunsch vorstellen, zusätzliche Stunden zu leisten. Insgesamt ließen sich so bis zu 400 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr mobilisieren – rund jede zehnte demografiebedingt fehlende Stunde. Das entspricht einem Wertschöpfungspotenzial von etwa 22,3 Milliarden Euro jährlich.

Plattformarbeit

3,9 Millionen Menschen arbeiten über Plattformen

Die wachsende Bedeutung flexibler Arbeitsmodelle fällt in eine Phase tiefgreifender Digitalisierung. Digitale Technologien ermöglichen es zunehmend, Arbeit zeitlich und räumlich flexibel zu organisieren – Plattformarbeit ist ein sichtbarer Ausdruck dieser Entwicklung. Plattformarbeit ist längst kein Randphänomen mehr. Rund 7 Prozent der 18- bis 70-Jährigen arbeiten bereits über digitale Plattformen. Hochgerechnet sind das etwa 3,9 Millionen Menschen. Einschließlich indirekter und induzierter Effekte hängen rund 4,8 Millionen Arbeitsplätze mit der Plattformökonomie zusammen. Ihr Beitrag zur Bruttowertschöpfung beträgt 147 Milliarden Euro.

Plattformarbeit wird überwiegend zusätzlich zur Haupttätigkeit ausgeübt. Die wichtigsten Motive sind zeitliche Flexibilität und ein höheres Einkommen: 76 Prozent nennen zeitliche Autonomie als zentralen Grund, 63 Prozent die bessere Vereinbarkeit mit familiären Verpflichtungen. 73 Prozent nutzen Plattformarbeit zur Einkommensergänzung.

Die Studie zeigt Chancen und Grenzen der Plattformarbeit. Sie kann Erwerbsbeteiligung, Flexibilität und wirtschaftliche Wertschöpfung stärken. Damit ihr Potenzial nachhaltig, rechtssicher und fair genutzt werden kann, braucht es eine aktive arbeitsmarktpolitische Gestaltung – insbesondere mit Blick auf soziale Absicherung, Beschäftigungsformen und die Umsetzung der EU-Plattformarbeitsrichtlinie.

Flexibel arbeiten, Arbeitskräfte aktivieren: Ökonomische Bedeutung der Plattformarbeit in Deutschland

eine Studie für Wolt Enterprises Deutschland GmbH

zur Studie

IWC-Experten

Projekte, Studien, Rankings

Unsere Studien und Ergebnisse bewegen die Zukunft

Wir benötigen Ihre Zustimmung

Diese Website verwendet notwendige Cookies zur Sicherstellung des Betriebs der Website. Eine Analyse des Nutzerverhaltens durch Dritte findet nicht statt. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.